2019 / 2020

Interdisziplinäres Klanglabor

Der Rahmen und Auftakt in das Projekt „Interdisziplinäres Klanglabor“, in dem sich Studierende der HMTMH aus dem Kurs/ Klavier als Material /und Studierende der HSH und der freien Performancegruppe „Remove“ erstmalig aus ihren unterschiedlichen Disziplinen heraus begegnen, ist die Arbeit im Hier und Jetzt.

Absicht ist es diese seltene Konstellation aus musikalischen und performativen Kräften in Zusammenhänge zu bringen, Ähnlichkeiten und Unterschiede finden, wo möglich-Brücken zu bauen und Diversitäten als prozessuales Material zu nutzen.

Als Träger und hauptsächliches Medium für die klanglichen Experimente steht das Klavier im Mittelpunkt. Als Ganzes und in seinen Teilen dient es uns als Klangspeicher, aber auch als dekonstruierbarer, tragbarer Klangsteinbruch. Zusammen mit der Idee der performativen Handlung als Körper im Raum, der Improvisation und der Verwendung weiterer Materialien, öffnen wir den stationären Charakter des Klaviers als Ankerpunkt in einen erweiterten Handlungsraum hinein.

Das Projekt fördert die geistige und sinnliche Beweglichkeit im dialogischen Austausch In Situ und fördert den Willen zum experimentieren und kollaborieren. Die Akteure können sich eigene Handlungsmöglichkeiten im Feld dieser übergreifenden Aufführungsform erarbeiten.

In der kommunikativen Atmosphäre können sich die individuellen Qualitäten ergänzen um in der Musik, der Bewegung und der Handlung eine Eigenständigkeit, Bewusstheit und Verantwortung für das eigene Tun zu spiegeln.  In Zeiten zunehmend hierarchischer Ausrichtungen, erscheint uns eine Form die Vielfalt nicht nur zulässt sondern auch fördert als ein wichtiger Beitrag.

Text, Konzeption: 

Jörg Hufschmidt, Ulrike Schoeller

Betreuung des Projektes:  

Hon. Prof. Darlen Bakké, Jörg Hufschmidt, Ulrike Schoeller

Studierende und Mitwirkende: 

Béla Braack, Miriam Ebbing, Dorothea Franck, Gerrit Keller, Julia Kraushaar, Norma Popinska, Mara  Rinkenklause, Merle Smalla, Yuan Jou

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2018 / 2019

Removing Bauhaus > Black Mountain

 

 

1 ReMoving Bauhaus > Black Mountain2 ReMoving Bauhaus > Black Mountain

Die Aufführung mit Studierenden der HsH fand am Di 25. 6. 2019 19:00 Uhr im Sprengel Museum Hannover statt

Bauhaus – New Bauhaus – Black Mountain College – eine folgenreiche Kunst des 2o. Jahrhunderts

Dramaturgische Konzepte -erweitert durch intermediale Ansätze, aus der Klangkunst, der Text- und Stimmarbeit, sowie der PerformanceArt  und Improvisation stehen als Arbeit mit dem Raum im Fokus unserer 2-semestrigen Forschungsarbeit.

In unserer Recherche und Arbeit wird uns das Thema der sich verändernden Rollenbilder im Zeitraum eines Jahrhunderts unter Genderaspekten begleiten. 

Ein transdisziplinäres Projekt der Fakultät III Design und Medien als 2-semestrigen Forschungsarbeit mit Abschlußveranstaltung

HsH-Support: Jörg Hufschmidt / Hans-Jörg Kapp / Ulrike Schoeller

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2017-2018

 Wenn Bilder lebendig bleiben

Landesmuseum Hannover

HSH-Support: Jörg Hufschmidt / Ulrike Schoeller

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2016

Wer ist Wer

Sprengel Museum Hannover

HsH-Support: Jörg Hufschmidt / Hans-Jörg Kapp / Ulrike Schoeller

Über Elfriede Jelineks Sprach-Theater
Hans-Jörg Kapp
Seit vielen Jahren hat die österreichische Autorin Elfriede Jelinek in ihrem Schreiben mit der Konvention eines handlungs- und figurzentrierten Dramentextes gebrochen. Hatte ihre Vorgänger-Generation der deutschsprachigen Theaterschriftsteller noch versucht, die Welt „dramaturgisch in den Griff zu bekommen“ , so ist für Jelinek das Theater als Repräsentationsmodell von Wirklichkeit ganz grundsätzlich suspekt. Besonders entschieden artikuliert die Autorin diese Haltung in ihren selbstbeschreibenden Reden und Texten, die wir uns als Ausgangsmaterial für unsere einjährige Jelinek-Auseinandersetzung gewählt haben. In ihren Texten „Ich möchte seicht sein“ (1983) und „Der Lauf-Steg“ (2004) formuliert Elfriede Jelinek ihre Poetik eines sprach- und figur-kritischen Theaters, das gerade nicht darauf baut, sich Welt dramaturgisch aneignen zu wollen. Vielmehr wird in Jelineks Poetik die Sprache selbst zum irrlichtern gebracht, die sich vorführt, entlarvt, ausstellt, sich selbst betrügt und sich hintergeht.
Wenn nun aber das Sprechen selbst zum theatralen Vorgang wird, wird auch die traditionelle Funktion der Theaterinszenierung immer problematischer. Die Studierenden der Hochschule Hannover haben genau diesen drohenden Abgrund als Chance begriffen, andere Wege der Repräsentation von Texten zu gehen und andere Formen der szenischen Darstellung zu erproben.
Kreuzer, Franz: Die Welt als Labyrinth – Gespräche mit Friedrich Dürrenmatt und Paul Watzlawick, Wien 1982, S. 32f

Verortung
Ulrike Schoeller/ Jörg Hufschmidt

Der Museumsplatz bildet das Zentrum der Museumsstraße im Sprengelmuseum Hannover und ist gleichzeitig Passage und Knotenpunkt verschiedener künstlerischer Positionen der modernen und zeitgenössischen Kunst, die sich hier in einer offen verwinkelten Architektur des Museums durchdringen.
In dieser Vielgestaltigkeit, dem architektonischen und künstlerischen Aufeinandertreffen von Dekonstruktion und Konstruktion dieses Ortes, dem eine Auflösung visuell und akustisch von Oben und Unten, seitwärts vorwärts und rückwärts zu Grunde liegt, ebenso wie seine Zusammenführung und Konzentration dieser Verhältnisse ohne jegliche Form von Hierarchie, lag nun auch die Entscheidung, die während eines Jahres in der Auseinandersetzung mit E. Jelinek entstandenen Entwürfe und Arbeitsergebnisse, hier an diesem Ort in einer einstündigen Raum- und Körpercollage aufzuführen.
Die Performance, als prozessuale und situative Handlungsform versucht hier innere Dialoge zu den von Elfriede Jelinek geschaffenen Sprach- und Texträumen zu schaffen.
Es entstehen bewegte Bilder hinter den Bildern, die in ihrer Durchdringung, Handlungsstrukturen öffnen, um so Verhältnisse entstehen zu lassen, nicht vorzugeben.
Der Performer wird in seiner Handlung zum Sprecher von Erlebtem und situativen Zuständen aus der Improvisation in der Arbeit mit dem Jelinekschen Textmaterial. Körpersprache wird zur Sprache und nicht zum Textdiktat.
Der Ort an sich unterstützt in seiner Vielschichtigkeit visuelles und akustisches Material, verstärkt die gedanklichen Handlungsbrüche von Jelinek, ohne auf sich als Bühne zu verweisen.
Als wandelbares Bühnenbild wird eine akustische Atmosphäre von veränderlicher Dichte eingesetzt, bei deren Aufnahme, das Wort weitestgehend umgangen, auf performative Handlung und Material an sich rekurriert wurde.
Fragmente eigener Handlungsstränge werden zu abspielbaren Mitspielern, die, die eigenen ephemeren Handlungen räumlich miteinander in Dialog setzen. Die Sounds sind akustisches Band, in ihrem Erklingen und Verstummen sind Sie als eine sich allmählich ausfasernde dramaturgische Lösung eingebettet und werden in dieser einstündigen Collage von den Performern selber durch Ihr eigenes Wirken abgelöst –
Ihr finales Verstummen leitet zum Schluß der Aufführung über – das letzte Wort hat die Performance.

 

 

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